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Über den Takt der Natur und besondere Weinmomente

Das Leben von Roman Rutishauser ist eng mit dem Weingut am Steinig Tisch verbunden. Im Weingespräch gibt er Auskunft zu seiner Philosophie und erklärt, wie sich Tradition und Innovation vereinen lassen.

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Roman Rutishauser, die Faszination Wein bestimmt Ihren Alltag. Wie sah Ihr letzter besonderer Weinmoment aus?
Ich durfte vor kurzem im Rahmen einer Degustation junge Gastronomen treffen, die vorher noch keine Überschneidungspunkte mit unseren Weinen hatten. Ihre unvermittelte Freude an unseren Qualitätsweinen hat mich beeindruckt. Dass sich junge Menschen mit unserem Produkt so gut identifizieren können, macht mich stolz. Besondere Weinmomente gibt es aber immer wieder – mit dem Team, mit Kundinnen und Kunden oder mit Familie und Freunden.

Welche Emotionen möchten Sie mit Ihren Weinen auslösen?
Wein steht für Genuss, Kulinarik, Kultur und noch viel mehr. Wenn wir es mit unseren Weinen schaffen, diese Themen miteinander zu verbinden, entstehen zwangsläufig positive Emotionen. Grundlegende Bedingung dafür ist eine einwandfreie Qualität. Dafür stehen wir täglich im Einsatz.

Stichwort Kultur: Das antike Zitat «vinum veritates» – im Wein liegt die Wahrheit – dient Ihrem hauseigenen Magazin als Titelinspiration. Zu welchen Wahrheiten sind Sie gelangt, seit Sie 2015 die Verantwortung für das Weingut am Steinig Tisch übernommen haben?
Meine grosse Erkenntnis, wenn man das so sagen will, ist die Tatsache, dass Hochs und Tiefs zur Arbeit in der Natur dazugehören. Bei der Pflege von Rebenkulturen kann ein einzelnes Unwetter vieles zerstören, gleichzeitig kann uns die Natur mit einer schönen Ernte aber auch reich beschenken. Die Natur kennt, wie der Lauf des Lebens, keine Pause.

Sie führen das Weingut nach Ihrem Grossvater August und Ihrem Vater Christoph bereits in der dritten Generation. Wann haben Sie realisiert, dass Sie Ihre Leidenschaft für Weine als Winzer voll ausleben möchten?
Wie meine Kinder bin auch ich direkt oberhalb des Weinguts aufgewachsen. Das prägt. Ich hatte jedoch das Glück, dass ich bei der Berufswahl frei, ohne elterlichen Druck, entscheiden konnte. Die Erstausbildung zum Koch hat mir geholfen, meinen Geschmackssinn zu schärfen und meine Kreativität im Umgang mit Lebensmitteln gefördert. Die familiäre Prägung und der Wunsch nach Selbständigkeit führten mich schlussendlich trotzdem zum Winzerberuf. (lacht)

Was hält Ihre Passion für den Winzerberuf aufrecht?
Sehr viele Dinge – die Arbeit im Takt der Natur, die Abwechslung, die Vorfreude auf die neuen Jahrgänge, die unterschiedlichen Nuancen, die Rückmeldung unserer Kundschaft. Die Aufgaben im Weingut sind so vielfältig, dass sich gar kein Alltagstrott einstellen kann.

Inwiefern werden Sie im Alltag noch vom Wissen und Wirken Ihrer Vorgänger beeinflusst?
Ohne meinen Grossvater August gäbe es das Weingut am Steinig Tisch in dieser Form nicht – Teile des Weinguts hat er selbst gebaut, er war verantwortlich für das erste Wachstum. Und mein Vater ist nach wie vor aktiv und unterstützt uns im Alltag. Von beiden habe ich die Arbeitsphilosophie übernommen, welche die Weinqualität kompromisslos in den Vordergrund stellt.

Dennoch scheuen Sie sich nicht davor, Innovationen einzuführen, wie das Beispiel «NEU LAND» beweist. Was steckt hinter den 2025 erstmals verkauften Spezialitäten?
Die beiden Weine – einer rot, der andere weiss – richten sich zwar an unterschiedliche Zielgruppen, verkörpern aber beide den Innovationsgeist unseres Weinguts. Wir möchten damit neue Sorten ausprobieren, ohne unser bewährtes Kernsortiment zu verändern. Mit NEU LAND weiss sprechen wir bewusst versierte Weinkennerinnen und -kenner an, während NEU LAND rot sich auch für Geniesserinnen und Geniesser eignet, bei welchen die Leidenschaft für Wein noch jung ist. Ob und in welcher Form die Linie NEU LAND künftig produziert wird, lassen wir bewusst offen.

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